Projektbeschreibung

Demokratie und Gemeinsinn stärken – Ein Modellansatz im brandenburgischen Landkreis Märkisch-Oderland auf der Grundlage des US-amerikanischen ‚Community Organizing‘

Ziel und Fragestellung des Vorhabens:
Das Projekt ging der Frage nach, ob und inwieweit sich US-amerikanische Methoden des Community Organizing auf den brandenburgischen Landkreis Märkisch-Oderland übertragen lassen. Im Rahmen einer Kooperation zwischen der TU Berlin und dem Kreis-Kinder- und Jugendring MOL e.V. (Seelow) wurde diese Frage anhand des kreisweit agierenden „Netzwerk für Toleranz und Integration“ (NTI) geprüft. Kann CO dazu beitragen, die Zusammenarbeit und Verbindlichkeit zu stärken? Im Vorhaben wurden als CO-Prinzipien eingesetzt:

  • Einzelgespräche oder 1:1s
  • Strategie-Diskussion
  • Arbeit mit dem Beirat
  • In Ansätzen „leadership development“ – Arbeit mit zivilgesellschaftlichen „Führungskräften“

Ergebnisse:
Das Vorhaben hat die Organisationsentwicklung des Netzwerks unterstützt – das Verhältnis untereinander wurde beleuchtet und der Wert der Arbeit anderer Mitglieder in ein neues Licht gesetzt. Es zeigte sich, dass die Instrumente des Organizing im Einzelnen greifen. Ob Community Organizing in einer übergreifenden Sicht im ländlichen Raum „funktioniert“, hängt von der Definition ab: Bei dem als Gründungsvater geltenden Saul Alinsky ging es um die Organisation von Organisationen, das ‚Institutional Organizing‘. Legt man ein breiteres Verständnis zugrunde, so ist es durch

  • einen breit angelegten Zuhörprozess bei Bewohnern und Bürgern hinsichtlich ihrer Anliegen, Probleme und Visionen
  • die Analyse der richtigen Adressaten und möglicher Lösungen sowie
  • die Lösung dieser Probleme durch Selbsthilfe und das „In-die-Pflicht-nehmen“ von Entscheidungsträgern, Behörden etc. gekennzeichnet .

In diesem Verständnis ist eine Anpassung im örtlichen und kreisweiten Maßstab durchaus vorstellbar und zeigten sich Ansatzpunkte in einzelnen Gemeinden. Folgende Effekte wären bei einem konsequenten Einsatz zu erwarten:

  • Themen, Probleme und Bedürfnisse der Menschen werden zur Sprache gebracht
  • übergreifende Interessen – jenseits von Konkurrenz – können erkannt und ihre Umsetzung vor Ort unterstützt werden
  • Lernen geschieht bei den Beteiligten nicht nach Lehrplan, sondern mit dem Tun, durch neue Aufgaben, Feuerproben, den Sprung über den eigenen Schatten
  • mehr Menschen als bisher lernen, sich in ihre eigenen Angelegenheiten zu mischen.

Mitwirkende: Steffen Adam, Kerstin Dickhoff (Perspektive Netzwerkstelle MOL)

Unterstützer: Ray Kokoschko, Robin Kendon (Mobiles Beratungsteam Frankfurt/Oder)

Zeitraum: 08/2006 – 08/2007 (mit inhaltlicher Weiterführung in darauf folgendem Projektrahmen bis 08/2008)

>> Schlussbericht „Demokratie und Gemeinsinn stärken“, 2008

>> Community Organizing im ländlichen Raum (Fachartikel auf www.netzwerk-gemeinsinn.net, Archivseite!)